Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim - genannt Paracelsus 1493 - 1541. Der Hohenheimer stand in seiner Zeit wie ein erratischer Felsbrocken, an dem die gängige Medizin, auch Theologie und Alchymie anbrandeten und sich brachen. Geboren in der Zentralschweiz, verbrachte er seine Jugendjahre in Kärnten, an der Seite seines Vaters - „der mich nie verlassen hat“ -, studierte die Medizin in Ferrara. Eingeführt in die Substanzlehre wurde er durch die elfjährige Mitarbeit im Kupferbergbau von Schwaz. Daran entwickelten sich Kenntnis der Mineralien und Metalle und eine bald europaweit bekannt werdende Heilkunst. Seine Heilerfolge beruhten auf der Erforschung und Nutzbarmachung, Wahrnehmung und Anverwandlung der unsichtbaren elementaren Kräfte in Mensch, Erde und Kosmos. Dünkel der Gelehrsamkeit verabscheute er ebenso wie Aberglauben; Bücherwissen verachtete er so tief, wie er mit Hingabe einen siebenstufigen Schulungsweg für Therapeuten und Alchymisten entwickelte; einen festen Wohnsitz hat er nie besessen, war stolz in Einsiedeln zu Füßen einer Schwarzen Maria zur Welt gekommen zu sein und definierte sich als einen Jünger/Sohn der Königin von Saba - das meint: alter phönizischer Mysterien. Dutzende von Schriften machen seinen Nachlaß aus; seine letzte Habe war in einer hölzernen Kiste verblieben, während bis heute seine marianischen, paulinischen und christologischen Meditationsschriften der Erweckung harren. Von keiner Partei vereinnahmt, aber von allen umworben; so bekämpft wie bewundert; starb Paracelsus mit 47 Jahren unter nie geklärten Umständen seinen von ihm selbst vorhergeschauten Tod - als ein Genius, der sein Leben dem leitstern völligerUnabhängigkeit unterstellt hatte - und gerade dadurch unsterblich werden sollte: ALTERIUS NON SIT QUI SUUS ESSE POTEST (Wer sich selber sein kann, gehöre keinem anderen). Marcus Schneider

Paracelsus. 2001/02, Gips, 29x25,5x29 cm < 18/24 >